im Spülsaum: Molen und Buhnen, Strand-Stellnetze

Steinmolen und Buhnen (Pfahlreihen oder Spundwände) die vom Strand aus rechtwinklig ins Wasser reichen, sollen Sandverlust minimieren, indem die Wucht auflandiger Wellen gebrochen und ebenso küstenparallele Strömungen verringert werden. An sandigen Küsten sind sie ein vertrautes Bild. Ihr Nutzen hingegen ist umstritten und kann nur im Einzelfall beurteilt werden, weil die Wirkung starrer Bollwerke auf das dynamische Geschehen von Wind und Wellen sehr unterschiedlich ist. So kann man bei einem Strandspaziergang gut beobachten, dass das gebremste Wasser auf der Luv-Seite einer Buhne zwar Sediment anspült, es auf der Lee-Seite aber zu Auswaschungen führt (Auskolkung).

Immerhin schaffen sie unbeabsichtigt Räume, wo sich Fische, Krebse und Schnecken verstecken können und Flächen, auf denen Algen und Miesmuscheln wachsen, wodurch die ansonsten biologische Öde von Badestränden etwas verbessert wird. Man kann den Nutzen vergleichen mit Knicks, denen mittlerweile eine hohe ökologische Funktion in der ansonsten durch Felder dominierten Landschaft beigemessen wird.

Bei Bau und Sanierung von Molen und Buhnen könnte man also mit Blick auf die Gesundung der Ostsee in Zukunft vielleicht breiter bauen, um den entstehenden Lebensraum zu vergrößern.

Wenn solche Molen und Buhnen aus natürlichen Materialien bestehen, bieten sie der Bevölkerung eine gute Möglichkeit, sich mit Muscheln und Algen zu versorgen. So kann man vor allem bei Niedrigwasser im Sommer mit Bade-, im Winter mit Wathose gut entlang dieser Molen wandern und mit Schere und Beutel ernten. Die Ernte zu schneiden, statt zu reißen, ist besser, weil man das Biotop weniger schädigt, Algen zum Beispiel wachsen nach, wenn die (Pseudo) -wurzel am Stein verbleibt.

Nicht zur Ernte geeignet sind dagegen Molen aus Schlackesteinen, die beim Schmelzen von Erzen abfallen, an unserer Küste vielfach verbaut wurden, teils radioaktiv sein und Schwermetalle enthalten sollen.

 

Nichtfängige Strandstellnetze

Der folgende Text ist bisher nur ein Gedankenspiel, Versuche müssten zeigen, ob die Idee was taugt. Größtes Hindernis ist hierfür das Verbot von Strandstellnetzen (Bundgarn).

Früher waren Stellnetze, die vom Strand aus rechtwinklig ins Wasser reichten, vor allem in Dänemark aber auch an unseren Stränden ein normaler Anblick. An Stangen aufgehängte Netze mündeten am Kopf in Reusen. Zwar war diese passive Methode eigentlich ökologisch schonend, kam jedoch in Verruf, weil in ihnen auch Seevögel und sogar Schweinswale verendeten.

Wenn man Strandstellnetze nun dahingehend modifizierte, dass sie wie ein einfacher Zaun quer zum Strand im Wasser stehen, könnte man eine Barriere für Seegras errichten.
Zur Erklärung: Solch ein Zaun hätte natürlich keinen Kopf mit Reusen und müsste aus einem starren (Draht-) geflecht bestehen, um zu verhindern, dass sich Fische wie Vögel darin verheddern könnten. Es wäre also nur fängig für Meerespflanzen, die hängen blieben – und wahrscheinlich Quallen. 

So ein Zaun könnte – Beispiel Eckernförde – in den Sommermonaten Seegras „fangen“, was zwei Vorteile haben könnte:

1. Auch bei auflandigem Wind gibt es eine strandparallele Strömung, meist in Richtung Ostsee-Info-Center. Würde das Seegras nun an der Luvseite eines solchen Zaunes hängenbleiben, müsste der Zugang ins Wasser für Badegäste auf der Leeseite frei sein.

2. Das Seegras wiederum könnte leichter und in erheblich besserer Qualität als am Strand eingesammelt werden. Wodurch zum einen der Einsatz von Fahrzeugen am Strand reduziert werden könnte, weil sie punktuell abfahren könnten. Zum anderen böten solche Seegraszäune der Bevölkerung die Möglichkeit sich mit Seegras sehr guter Qualität zu versorgen.

Im Herbst müssten diese Stellnetze inklusive Stangen natürlich abgebaut werden, weil sie bei einem ordentlichen Oststurm unweigerlich verloren gehen würden. Nicht zuletzt ist der Strandanwurf zwischen Herbst und Frühjahr wichtig, weil er die Wellen bremst, den Sand hält und damit die Küste schützt.