Wofür eine Strand-Akademie?
Am Strand mit Forke und Schubkarre zu ernten,
in der Scheune alles zu waschen, zu trocknen und in Kissen zu stopfen,
ein Produkt zu verkaufen, dass Menschen wirklich hilft
und davon leben zu können,
ist tatsächlich ein Traum.
Nach zwölf Jahren, in denen ich:
– lernte, den Strand als Quelle zu lesen,
– rund 3000 Kissen verkaufte,
– Strandprojekte und Seegras-Workshops gemacht
– und mich mit anderen Seegrasleuten verbunden habe,
ist die Zeit reif für die „Strand-Akademie“.
Sich mit den natürlichen Ressourcen vertraut zu machen und sie in verträglichen Maßen zu ernten, macht nicht nur gesund, sondern auch fröhlich. Der Strand, der Spülsaum, diese Grenze zwischen Land und Meer bietet viele Möglichkeiten, Seegras und Algen in Küche, Bad, Bett und Garten zu nutzen:
– Kissen, Matratzen, Dämmung
– Salbe, Creme, Lotion
– Gewürze, Geschmacksverstärker, Geliermittel
– Dünger, Substrat
– Stall-Einstreu
Vor allem die hochwertigen Anwendungen bedürfen einiger Tricks, lassen sich jedoch mit gesundem Menschenverstand begreifen. Der Rest ist: Machen, verstehen, besser werden. Denn:
wenn du lernst, den Strand zu lesen,
wenn du zur richtigen Zeit weißt zu ernten,
wenn du nach einem winterkalten Spaziergang
mit einem Netz voller Zuckertang nach Hause kommst,
alles wäschst, sauberschnippelst und über Nacht trocknest
im Mixer zu Pulver schredderst
und schließlich im Glas beschriftet zu deinen Gewürzen stellst –
dann bist du glücklich.
In den letzten zwölf Jahren hat sich vieles getan. Waren wir anfangs kaum ein Dutzend Leute, die Seegras nutzten, wird es heute analysiert, gepflanzt und als Klimawandelbremse gefeiert. Dazu Algen, die von Salbe bis Gewürz immer beliebter werden.
Viele Leute gehen heute mit Beutel an den Strand, ernten, was sie finden, sammeln Müll und entwickeln sich eigenständig zu Strand-Rangern, die tote Schweinswale melden, Dünen ausbessern und Strandpädagogik anbieten. Denn der Strand gehört allen und damit niemandem.
Der Strand, einer der letzten Orte ohne Zäune,
wo du Mensch bist, wo du sein darfst –
und wo du was machen kannst.